Am Nabel der Welt

Osterinsel, mehr Mythos geht nicht… mehr Magie? Wohl auch nicht. Ich befinde mich in Trance und wandere durch einen never-ending Tagtraum. Mir ist permanent im Bewusstsein, dass ich mich auf einem Eiland befinde, welches umgeben ist von Wasser, Meerwasser und noch mehr Wasser. Die nächsten Flecken trockener Erde sind abartig weit weg. Die Wolken kleben wie Watte am Himmel, die Sonne wirkt relaxter und netter als auf dem Festland. Wenn der Wind über die grün-gelben Wiesen streicht, kommt es mir vor, als würde ich das Geflüster der Ureinwohner hören. Rapa Nui, der Name des Volkes, der Insel, der Sprache und gefühlt von so ziemlich allem anderen auch.

Der Mythologie zufolge ist die Insel der Nabel der Welt. Unter dem Gesichtspunkt betrachtet, will ich das auch gerne glauben. Fünf Minuten reichen um von ihr komplett in Besitz genommen zu werden. Kein Schamane, kein Voodoo, einfach nur dieser geniale Flecken Erde und die Leute die auf ihr leben. Nach zwei Tagen bin ich bereits zum Insel typischen Barbecue eingeladen, schwinge eine Hähnchenkeule zum Sound der Insel und lerne Rapa Nui. An den Klippen an der Steilküste schwelge ich in meinen Gedanken, alles andere scheint so weit entfernt. Am Stein, der der Nabel der Welt genannt wird, reibe ich meine Hände um ein wenig Mana zu sammeln. Was so klingt wie in einem modernen Computerspiel, ist jedoch nichts weiteres als die magnetischen Kräfte des Felsens die, der Sage nach, auf einen übertragen werden. Nebenwirkungen habe ich keine entdeckt, außer einer grundlegenden Zufriedenheit und sehr seltene Momente völligen Glücks.

Es ist diese Mischung aus der Einzigartigkeit des Ortes und besonderen Menschen, welche ich hier an jeder Ecke treffe, die diesen Ort zu etwas speziellen machen. Und ich will mehr davon, mehr Zauber und mehr Gefangen-im-Augenblick. Ich werde also weitere vier Tage hier verbringen, auf der Suche nach den letzten Geheimnissen. Unter und über Wasser. Bleibt also noch genug Zeit um sich diesem Ort voll und ganz hinzugeben. In diesem Sinne Iorana.

P.S.: Die Internetverbindung auf der Insel ist meine tägliche Joga-Übung. Der Upload des Artikels hat ca. zwei Tage gedauert. Sorry das ich mich jetzt erst wieder melde, aber manchmal befinden sich Durststrecke und Reizüberflutung in einem sehr knappen Zeitfenster.

8 comments on “Am Nabel der WeltAdd yours →

    1. Siolita, interessanter Punkt den du da ansprichst und du hast natürlich Recht 😉 aber was ich meine ist, da ist Wasser, viel Wasser, noch mehr Wasser, unglaublich viel Wasser, beängstigend viel Wasser, einfach eine verdammt große Masse an Wasser…

      Ich war heute auf dem höchsten Punkt der Insel und da draußen ist nichts, absolut gar nichts außer Wasser. Das ist irgendwie furchteinflößend und aufregend zur gleichen Zeit. Ob das anderswo auch so ist, werd ich bald rausfinden 🙂

      1. Die größte Statue ist 21,6m, sie liegt aber noch unvollendet im Steinbruch (Rano Raraku). Die meisten Moai (Statuen) varrieren zwischen 10 und 18m.

        Bäume gibt es hier schon und sogar einen kleinen Wald in der Mitte. Ob es sich allerdings um die ursprünglichen Waldbestand handelt, bezweifel ich. Es sind überwiegend Nutzpflanzen wie Mango, Banane, usw. und am Strand gibt es Kokuspalmen. Diverse Aussagen deuten darauf hin, das es sich dabei aber von Ausländern importierte Pflanzen handelt. Die inseltypische Vegetation ist heute, glaube ich, nahezu komplett verschwunden.

  1. Da du eine von nur zwei Personen bist die ich kenne die jemals auf dieser Insel waren muss ich dich jetzt um Tipps bitten 😉

    Wie hast du das mit dem Hostel gemacht? Einfach hingeflogen und das erstbeste Angebot angenommen oder schon vorher gesucht und gebucht? Hast du eine (empfehlenswerte) guided Tour gemacht?

    Danke im Vorraus 😉

    1. Ich hab via Hostelbookers eine einfache Unterkunft gebucht. Da ich außerhalb der Hauptsaison dort war, gab es auch keine Probleme. Hatte ein einfaches Zwei-Bett-Zimmer, das als Dorm ausgeschrieben war für ca. 20~25,- EUR p.P und Nacht. Die Inhaberin Joanna war super nett, sehr hilfsbereit und das Frühstück war für S.A. Verhältnisse sehr gut (Saft, Brötchen, Müsli, Käse, Schinken, etc.) Such mal bei Hostelbookers nach Vaianni. Eine guided Tour habe ich nicht gemacht, mit ein paar Leuten aus dem Hostel haben wir ein Auto gemietet und die Insel selbst erkundet. Dabei erfährt man zwar nicht so viel zur Historie, aber einges konnte ich in Gesprächen auch so rausfinden. Preise die ich für eintägige Touren gehört habe, lagen so bei 60 USD und werden auch auf Englisch angeboten.

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