My Home Is My Castle, Isn’t It?

Es gibt diesen speziellen Klang meiner Haustür sobald sie mit einem satten Schmatzen ins Schloss fällt. Ich bemerke ihn immer dann, wenn mein Bedürfnis nach einer Ruhezone sehr ausgeprägt ist. Sicherheitsschleuse wäre eine weitaus treffendere Bezeichnung, denn draußen tobt ein Krieg, prasselt Lärm auf mich ein oder lauert an jeder Ecke das Unglück. My home is my castle, hier kann ich mich hinter der Couch verschanzen und feige die Welt durch das Panoramafenster betrachten. Manchmal wünsche ich mir eine solche Funktion auch für die Gedankenwelt, Klappe zu — Affe tot, sind neuerdings die heiligen Hallen meiner vier Wände Schauplatz eines anderen Kampfes.

Was bedeutet es mir noch nach Hause zu kommen? Ich bin doch damit beschäftigt alles aufzugeben, einen Schlussstrich unter das Kapitel Heimat zu ziehen, wegzugehen um mich den Gefahren dieser Welt ohne den vertrauten Schutz einer Glasscheibe, lediglich mit Lichtschutzfaktor 30, auszuliefern. Und wo verdammt ist eigentlich diese Heimat? Schon oft hat mich diese Frage innerlich zerrissen, ist es doch wesentlich einfacher zu beschreiben wo man geboren wurde, wo man gelebt hat als zu bestimmen zu was man sich zugehörig fühlt. Die Geborgenheit des elterlichen Kokons reicht schon lange nicht mehr als Definition und die Mannigfaltigkeit emotionsbeladener Orte macht es einem auch nicht leichter sich festzulegen. So versuche ich nun die Hoffnung gegen die aufkeimenden Zweifel abzuschirmen. Irgendwo da draußen muss die Antwort zu finden sein, muss sich das ersehnte Gefühl einstellen einen Platz auf diesem Planeten gefunden zu haben, um dann Rast- und Ruhelosigkeit endlich abzustreifen und sich zukünftig ungetrübt den kommenden Glücksmomenten hinzugeben.

Ich werde also hinausgehen und baue mir vorsorglich, völlig dem Trend entsprechend, ein Rettungspaket mit Ab- und Versicherungen gegen alle Was-Wäre-Wenns dieser Welt und drücke der Selbstfindung zwangsläufig einen Mindesthaltbarkeitstempel von 12 Monaten auf. Heimkehren ist in jedem Fall eine Option, rede ich mir ein, nur ist das gleichzusetzen mit nach Hause kommen oder gar der Heimat? Bewahrt das die Sehnsucht davor in der Entäuschung zu ertrinken oder versinke ich gar selbst bei dem Versuch mich ja nicht festzulegen und nicht eher umzudrehen bis diese Frage eindeutig geklärt ist? Meine verrückte (Gefühls-)Welt fordert einen stimmingen Soundtrack: Tears for Fears hat’s erfunden, Gary Jules bringt es auf den Punkt und Judith Holofernes trifft den Ton den ich brauche: “Mad World”.

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